Ausstellung vom 22. Januar 2026 bis 21. Februar 2026


MARIUS TEGETHOFF

Marius Tegethoff, in Berlin geboren, verbindet seine Leidenschaft fürs Fliegen mit der analogen Fotografie. Seine großformatigen Arbeiten entstehen in Höhen von bis zu zwölf Kilometern über der Erde und erzählen von der Schönheit, Weite und zugleich von der Begrenztheit unserer Welt. Als Analog Native arbeitet Tegethoff ausschließlich mit einer analogen Mittelformat-Kamera. Seine Fotografien folgen dem Gedanken des „zeitlichen Längsschnitts der Welt“ – der Tiefe des Augenblicks inmitten von Bewegung, Raum und Zeit


DIFFUSIONISM

Die Arbeiten des Fotografen Marius Tegethoff im Band „Diffusionism“ sind in großen Höhen entstanden. Sie entspringen analytisch-dokumentarischen Beobachtungen und wirken zugleich wie aus der Transparenz der Luft gemalte Bilder des Himmels. Ihre Bildsprache entfaltet eine poetische Grenzenlosigkeit, die beim Betrachten eine eigentümliche Gleichzeitigkeit von Verloren- und Vertrautheit auslöst.


Auf den ersten Blick erscheinen die Fotografien der Serien Diffusions, Umbra und Exposed wie Ölgemälde oder Aquarelle – fließend, weich, beinahe körperlos. Erst bei näherem Hinsehen offenbart sich die charakteristische Körnung analoger Fotografie. Tegethoff nutzt bewusst unterschiedliche Technologien, um Zeitlichkeit und Körperlichkeit erfahrbar zu machen und das Medium selbst zum Träger von Bedeutung werden zu lassen.


Die Motive bewegen sich entlang monumental-übermenschlicher Maßstäbe und reichen zugleich bis zur innersten Berührung: verletzlich, impressionistisch, transzendent. Raum, Zeit und Körper bilden die thematische Grundlage der Arbeiten. Das verbindende Prinzip ist die Diffusion – verstanden als physikalischer, chemischer, gesellschaftlicher und mentaler Prozess des Übergangs.


Diffusion beschreibt das Dazwischen: sie verbindet Ausgangs- und Endzustände, definiert ein Vorher und ein Nachher. Aus der Beobachtung des Nachher und der Erinnerung an das Vorher entsteht unsere Wahrnehmung von Zeit. In Tegethoffs Bildern wird dieser Prozess sichtbar – nicht erklärend, sondern fühlbar.


„Diffusionism“ ist eine Einladung zum langsamen Sehen. Eine Ausstellung, die weniger Antworten gibt als Räume öffnet – für Wahrnehmung, Erinnerung und stille Resonanz.


CARTESIANISM


Bei "Cartesianism" ist Dreidimensionalität auf das denkbare Minimum reduziert. Die drei Raumachsen werden auf eine Fläche gebracht. Der Umgang mit Sinnestäuschung und Sehgewohnheiten ist spielerisch: Ob man auf einen Würfel oder in eine konkave Ecke schaut, kann der Betrachter beinahe selbst entscheiden.


Mit etwas Phantasie treten ganz nebenbei sogar gesellschaftliche Aspekte hervor. Die Wahl von Farbtönen, ob gedeckt oder kraftvoll, oder die Textur, z. B. fein verputzt oder grob strukturiert, liefern unerwarteten Kontext für Stil und Interior Design. Möglicherweise wurden interkulturelle Unterschiede noch nie in solch gleichermaßen abstrakter wie destillierter Form gezeigt wie bei Cartesianism.


Als Fazit kommt eine Idee zum Vorschein, die auch das Projekt Diffusionism getragen hat:

Das Auseinandersetzen mit Raum – und dem Versuch, eine eigene, minimalistische Bildsprache zu finden.



DIFFUSIONISM

Pigment Prints auf Hahnemühle Photo Rag, Aluminium-Dibond, Editionen von 5 + 2 AP (Artist Proof)
90 cm × 60 cm € 960,- ohne Rahmen
€ 1.300,- im Schattenfugenrahmen kanadische Birke